Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin---Historie, Entwicklung, heutige Bedeutung


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Abstract

ZusammenfassungDas Polysaccharid Hyaluronsäure (HS) findet sich in Körperflüssigkeiten und Geweben des Menschen, der gröβte Teil davon in der Haut und zwar in Dermis und Epidermis. HS erfüllt zahlreiche biologische Funktionen vom Gerüstbaustein der extrazellulären Matrix (EZM) bis hin zum Signalstoff. Das unverzweigte Kettenmolekül erreicht Molekulargewichte (MG) von mehreren Millionen Dalton (Da). Unter physiologischen Bedingungen trägt die HS negative Ladungen und besitzt ein hohes Wasserbindungsvermögen. Physikalisch zeigen HS und ihre Derivate viskoelastische Eigenschaften. Die Biosynthese erfolgt in der Zellmembran. Im Bioorganismus wird HS von HS-bindenden Proteinen (HSBP) gebunden. Es entsteht so eine natürliche Quervernetzung. Der biologische Abbau der HS ist zellvermittelt. Der HS-Gehalt der Gewebe nimmt mit dem Alter ab.In der ästhetischen Medizin wird HS therapeutisch in hoch gereinigter, nativer Form zur Stimulation anaboler Leistungen der Fibroblasten eingesetzt. In chemisch vernetzter Form ist HS wasserunlöslich und eignet sich zur Volumensubstitution in der Dermis als sogenannter “dermal filler”. Die klassischen HS-basierten Filler sind biphasisch, d. h. sie sind aus HS-Gelpartikeln zusammengesetzt. Die neueste Entwicklung stellen monophasische Filler dar, die statt Partikel eine kohäsive polydense Matrix (cohesive polydensified Matrix = CPM) enthalten. Sicherheit und Effektivität der HS-basierten Filler hängen einerseits von den individuellen Eigenschaften der Haut eines Patienten, andererseits von den viskoelastischen Eigenschaften des Präparates bzw. der Partikelgröβe bei biphasischen Fillern ab.

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