Macht und Ohnmacht in der psychoanalytischen Arbeit

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Abstract

Die Mitteilung von Träumen nahm in der psychoanalytischen Literatur schon immer einen besonderen Platz ein. Klauber (1969) stellte in seinen Betrachtungen über das Mitteilen von Träumen in der Behandlungsstunde fest, dass “hier eine bedeutungsvolle Mitteilung angestrebt wird” und weiter “dass hier ein innerer psychischer Konflikt in Bewegung kommt, in dem nämlich das Ich versucht, eine erträgliche Haltung zum Konflikt zu finden“. Die hier mitgeteilte Fallstudie nutzt die Verbatimprotokolle einer vollständig tonbandregistrierten psychoanalytischen Behandlung und detailliert das Thema “Macht und Ohnmacht in der psychoanalytischen Arbeit“. Die ausgewählten Transkriptpassagen erlauben die Rekonstruktion dieses Thema über einen längeren Behandlungsabschnitt. Was der Patient in der Übertragung zu seinem Analytiker “sagt“, das “sagt” er ihm mit seinen Traumerzählungen in anderer Weise - in der Sprache der Symboltheorie im präsentativen Modus. Zur Hypothese der funktionalen Einheit von Traum und Übertragung gehört auch, dass die aktuelle Übertragungssituation den Wert eines Tagesrestes für die Traumbildung hat und gleichzeitig über die Transformation des Erzählens in die Auswahl des Geträumten eingreift. Alle diese einzelnen Aspekte des funktionalen Verhältnisses von Traum und Übertragung tragen, zusammen genommen, dazu bei, dass das Erzählen eines Traumes in der Analyse hochspezifisch ist.

Reports of dreams always had a special place in psychoanalytic work. In his remarks on the reporting of dreams in sessions Klauber (1969) firmly held the opinion that an internal conflict is mobilized in which the ego tries to find a tolerable attitude towards the conflict. This case study uses the verbatim protocols of a completely tape-recorded psychoanalytic treatment and a detailed discussion on the topic of power and powerlessness in analytic work. The selected passages from the transcripts allow the reconstruction of the topic over a longer time span. What the patient communicates to the analyst in the transferential relationship is the same as what he “says” to him in his dream narratives but in a different mode using symbolic language in the presentative mode. The hypothesis of the functional unity of dream and transference implies that the actual transference situation functions as a kind of day residue and likewise shapes the selection of what can be dreamt of. These various aspects of the functional relationship of dream and transference contribute to the fact that relating a dream in the analytic situation is highly specific.

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