Forschen für die Praxis: Substanz-P-Antagonisierung bei chronischem Pruritus

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Abstract

Pruritus ist eine unangenehme Empfindung der Haut, welche den Reiz zum Kratzen oder Scheuern auslöst. Der chronische Pruritus (≥6 Wochen Dauer) ist eine häufige Begleiterscheinung bei vielen Erkrankungen und geht nicht selten mit einer hohen Einbufle an Lebensqualität bei den Patienten einher, einer Einbufle, die im Wesentlichen von der langen Dauer des Symptomatik ohne ausreichende Therapiemöglichkeiten geprägt ist. In den letzten Jahren hat sich dieser Missstand jedoch nach und nach verbessert, Leitlinien für chronischen Pruritus wurden verfasst und Standardmedikationen vorgeschlagen. Doch trotz aller Fortschritte ist man aufgrund der vielfältigen Ursachen noch nicht in der Lage, für alle Patienten eine vollständige und dauerhafte Linderung des Symptoms zu erzielen. Neue Therapiekonzepte sind daher dringend notwendig. Eine Antagonisierung des Neuropeptids Substanz P zeigt sich hier aussichtsreich, da es durch die Bindung an den kutanen Neurokinin-1-Rezeptor (NK-1R) klinisch relevante pro-inflammatorische Effekte vermittelt. Dies führte uns zu der Hypothese, dass ein NK-1R-Antagonist für eine Therapie von chronischem Pruritus ein aussichtsreiches Ziel darstellt. Mehrere internationale Fallserien konnten mittlerweile die antipruritische Wirkung des NK-1R-Antagonisten Aprepitant für verschiedene Entitäten von chronischem Pruritus belegen und die Initiierung klinischer Studien zu neuen NK-1R-Antagonisten als neue Therapieoption führt diese Entwicklung weiter.

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