Elektrochemotherapie bei fortgeschrittenen Hauttumoren und Hautmetastasen – eine retrospektive multizentrische Auswertung

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Abstract

Hintergrund:

Nach Ausschöpfung von klassischen Behandlungsverfahren wie Chemo- und Strahlentherapie existieren bei ausgedehnten Hauttumoren oder Hautmetastasen nur wenige Optionen einer lokalen Tumorkontrolle. In diesen Fällen kann die Elektrochemotherapie als Therapiealternative in Erwägung gezogen werden.

Patienten und Methodik:

Im Rahmen einer retrospektiven Studie wurden klinische Charakteristika, Ansprechen und Bedingungen des Ansprechens sowie Nebenwirkungen von 56 Patienten untersucht, die an sechs deutschen Hautkliniken behandelt wurden.

Ergebnisse:

Das mittlere Alter des Kollektivs (14 Männer, 42 Frauen) lag bei 69,3 Jahren. Insgesamt wurden 20 Patienten mit Hautmetastasen bei fortgeschrittenem malignen Melanom, 13 Patienten mit Hautmetastasen bei Mammakarzinom, 15 Patienten mit primären Plattenepithelkarzinomen der Haut oder kutan metastasierten Karzinomen unterschiedlicher Genese sowie 8 Patienten mit primär kutanen Lymphomen oder Sarkomen eingeschlossen. Die Therapie-Ansprechrate lag im Kollektiv bei 44,6 % (10,7 % komplette Abheilung; 33,9 % partielles Ansprechen). Demgegenüber zeigte sich bei 31 (55,4 %) Patienten kein Ansprechen (12,5 % unveränderter klinischer Befund, 42,9 % Tumorprogredienz). Melanome und kutane Lymphome oder Sarkome sprachen signifikant besser an als Karzinome. In etwa einem Viertel der Patienten kam es zu einer Besserung von tumorbedingter Exsudation, Foetor oder chronischer Blutung.

Schlussfolgerungen:

Die Elektrochemotherapie ist eine nebenwirkungsarme Therapieoption, die bei fortgeschrittenen, vortherapierten Tumorerkrankungen in etwa der Hälfte der Fälle erfolgreich war. Das Therapieansprechen scheint auch von der Tumorentität abzuhängen.

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